13. Juni 2007 / Rieder Schärdinger Magazin (als pdf herunterladen)

"Wollen Jesus nicht nackt zeigen"
Interview. Rainbacher Evanaelienspiele sind auch in Frankreich ein Thema.

RAINBACH. Am 'Freitag, 15. Juni geht unter dem Titel „Das Grab ist leer" der vierte Teil der Rainbacher Evangelienspiele über die Bühne. Was die Besucher erwartet, warum die Spiele auch in Frankreich ein Thema sind und weshalb noch lange kein Ende in Sicht ist, darüber sprach Regisseur und Autor Friedrich Ch. Zauner.

Herr Zauner, die Evangelienspiele waren als Vierteiler angelegt. Nun wird mit „Das Grab ist leer" der letzte Teil aufgeführt. Geht es nächstes Jahr weiter?

Zauner: Ja, wir machen weiter. Nächstes Jahr steht die „Passion in aufgefrischter Form wieder auf dem Programm. Dabei werden die Zuschauer erstmals die Möglichkeit haben, an einem Tag zwei Stücke zu sehen. Denn nach der Passion wird mit „Das Grab ist leer" auch gleich die Fortsetzung zu sehen sein.

Rückblickend, wie sind Sie mit der Resonanz der bisherigen Aufführungen zufrieden?

Zauner: Die Resonanz war vom ersten Tag an sensationell. Die Leute, welche die Evangelienspiele gesehen haben, waren begeistert. Natürlich darf der Besuch und Erfolg noch mehr sein. Eine Möglichkeit hierfür wäre zum Beispiel, wenn wir Jesus nackt zeigen würden, aber das wollen und brauchen wir nicht, denn Konzept und Image stimmen zu 100 Prozent. Auch die Schauspieler und Beteiligten sind nach wie vor mit Begeisterung dabei. Zudem ist es uns bisher gelungen, Besucher aus ganz Österreich und Bayern anzulocken. Dennoch liegt ein schwerer Weg vor uns, der aber Mut macht.

Stimmt es, dass die Evangelienspiele auch in Frankreich ein Thema sind?

Zauner: Ja, beim Germanistentag in Paris hat Universitätsprofessor Gerard Thieriot über die Spiele referiert. Zwar ist nicht zu erwarten, dass nun eine Menge Besucher aus Frankreich kommen, aber alleine die Tatsache, dass man über die-Spiele redet, ist sensationell.

Wird es beim heurigen Stück Neuerungen geben?

Zauner: Ja, erstmals wird bei jeder Aufführung ein Gastchor aus Oberösterreich mit von der Partie sein. Aus der Region sind dies „Klangviertel - Der Chor!" aus Kopfing am 16. 6., der Rainbacher Dreigesang am 17. 6., die Chorgemeinschaft Passau Mariahilf am 22.6. sowie die Chorvereinigung Reichersberg am 24. 6. um jeweils 20 Uhr.

Sind Sie eigentlich vor der Premiere aufgeregt?

Zauner: Freilich, ein kleines Kribbeln ist da. Nervös bin ich immer, das geht auch mit den Jahren nicht weg. Wäre ich nicht mehr nervös, dann würde ich die Arbeit abgeben.

Also werden Sie auch in den kommenden Jahren bei den Evangelienspielen das Regiezepter schwingen?

Zauner: Ja, obwohl ich es nicht ewig machen werde.

Soll heißen?

Zauner: Wenn ich jemanden finde, der die Evangelienspiele in meinem Sinne bzw. der vorgegebenen Linie weiterführt, dann werde ich sie weitergeben. Ich will auf jeden Fall vermeiden, dass auf einmal anstatt den Evangelienspielen - die es als solche im ganzen deutschsprachigen Raum nicht gibt - Nabucco gespielt wird.

Wird es die Evangelienspiele in zehn Jahren noch geben?

Zauner: Ich sag: Ja! Denn es gibt kein Anzeichen dafür, dass es abwärts ginge, sondern ganz im Gegenteil, die Anerkennung könnte nicht besser sein ...

DAVID EBNER

Das Grab ist leer - Pressestimmen