Friedrich Ch. Zauner
Autor und Regisseur

 

Friedrich Ch. Zauner ist gebürtiger Rainbacher. Mit zehn Jahren hat er zu schreiben begonnen und zwar ausgerechnet Theaterstücke, obwohl er zu dieser Zeit noch nie in einem Theater war und überhaupt dramatische Formen nicht kennen konnte, denn Kino existierte keines in der Nähe und Fernsehen gab es noch gar nicht. Seine Versuche waren entsprechend hilflos, dennoch hat ihn das Medium nicht mehr losgelassen. Später in Linz und dann als Student der Theaterwissenschaft in Wien hat er diese Defizite gründlich nachgeholt. Ein einjähriger Aufenthalt in Rom als Hospitant an der Cinecittá ließ ihn auch Einblick in die internationale Filmarbeit gewinnen. Als er 1965 als freier Schriftsteller nach Rainbach zurück kehrte, schrieb er Hörspiele, Fernseh- und Filmdrehbücher sowie Theaterstücke, die im gesamten deutschen Sprachraum, viele davon auch in Übersetzungen auf internationalen Bühnen, gespielt wurden und werden.

Zur Prosa fand er erst später. Mit „Dort oben im Wald bei diesen Leuten“, seinem ersten Roman, erzielte er gleich einen großen Erfolg. Das Buch wurde in verschiedene Sprachen übersetzt, von der ARD verfilmt und in einer szenischen Fassung von der Grenzlandbühne Leopoldschlag uraufgeführt. In der Romantetralogie „Das Ende der Ewigkeit“ setzte er seiner Innviertler Heimat ein bleibendes Denkmal. Die deutsche Kulturzeitschrift Die Zeit sagt, das Werk „hat in der österreichischen Gegenwartsliteratur keinen Vergleich und ist gewiß eine ihrer spannendsten Unternehmungen“. Alexander Giese bezeichnet „Das Ende der Ewigkeit“ als den großen österreichischen Roman.

Im Jahre 2004 befasste sich Zauner mit einer für ihn ungewohnten literarischen Form, der Lyrik. In seinem neunzigseitigen dramatischen Gedicht „Als er anklopfte, der mit seiner Knochenhand“ behandelt er den Tod, eines der wohl letzten Tabus unserer Gesellschaft. In Zusammenarbeit mit Fridolin Dallinger erwuchs daraus ein literarisch-musikalisches Requiem für Chor, Orchester, Solosopran und Rezitator. Die Uraufführung des Werkes im Minoritenkloster Wels dirigierte Hubert Gurtner, der inzwischen musikalischer Leiter der Rainbacher Evangelienspiele ist.

Mit diesen Evangelienspielen kehrt Zauner in doppeltem Sinn wieder an die Wurzeln zurück. Indem er das biblische Geschehen vor zweitausend Jahren lebendig werden lässt, bringt er das Publikum dazu, sich mit den Anfängen und dem großen geistigen Wandel dieser Epoche zu beschäftigen, gleichzeitig macht er seinen Geburtsort zu einem Fixpunkt im Kulturleben unseres Landes, denn diese Stücke dürfen ausschließlich in Rainbach und nirgends sonst im deutschen Sprachraum aufgeführt werden.
 

Rainbacher Evangelienspiele - Friedrich Ch. Zauner